Naturreservat und Schutzgebiet
Riserva Naturale della Val Sarmassa
Vinchio · Vaglio Serra · Incisa Scapaccino
Die Val Sarmassa verbindet Wälder, Weinberge und kleine Gewässer in den Hügeln südlich von Asti. Vier Rundwege erschließen Höhenzüge, bewaldete Täler und Orte des Schriftstellers und Widerstandskämpfers Davide Lajolo.

Hügel zwischen Meeresgeschichte und Weinbau
Das Schutzgebiet liegt in Vinchio, Vaglio Serra und Incisa Scapaccino. Sande und Tone des pliozänen Asti-Beckens bewahren Spuren eines früheren Meeres. Heute wechseln bewirtschaftete Höhen mit wieder bewaldeten Hängen. Erkennbare Terrassen zeugen von der Arbeit an den steilsten Weinbergen. Der Eichenwald Crova und der Lago Valtiverno prägen die Runde Tre Vescovi; die Valle della Morte eröffnet zusätzlich einen Blick auf die paläontologische Geschichte der Landschaft.
Das Schutzgebiet liegt zwischen 153 und 276 Metern über dem Meeresspiegel. Fossile Muscheln in den Ton- und Sandaufschlüssen der Valle della Morte zeugen vom Meer, das diese Hügel im Pliozän bedeckte.
Eichen, stille Gewässer und Waldleben
Zwischen Robinien wachsen Traubeneichen, Eschen, Hainbuchen und Hasel. Die unterschiedlichen Lebensräume beherbergen Waldsäugetiere sowie Spechte, Eichelhäher und Wiedehopfe; Beobachtungen hängen von Jahreszeit und Ruhe ab. Der Lago Blu bietet Amphibien und Libellen einen feuchten Lebensraum. Beobachte vom Ufer und Weg aus, ohne ins Wasser zu gehen oder Pflanzen zu verändern. Die große Eiche La Ru aus Lajolos Erzählungen ist das bekannteste Wahrzeichen des Schutzgebiets.
Eichhörnchen, Haselmäuse, Hasen, Füchse und Igel leben im Unterholz; auch Bienenfresser gehören zur Vogelwelt des Schutzgebiets.
Davide Lajolo und das Casotto di Ulisse
Das Casotto di Ulisse verbindet die Kulturlandschaft mit dem Widerstand. Der ehemalige Geräteschuppen zwischen Weinbergen diente Davide Lajolo und wurde zu einem frühen Stützpunkt seiner Partisanengruppe. Der Spaziergang dorthin stellt diese Erinnerung neben das bäuerliche Leben der Höhen und die umliegenden Felder. Seit 1993 steht das Tal unter Schutz. Wald, Spuren landwirtschaftlicher Arbeit und literarische Erinnerungsorte ergänzen sich heute bei einem Besuch.
Der Wikipedia-Artikel verbindet den Namen Sarmassa mit den Sarmaten und nennt prähistorische Steinfunde sowie die spätere keltisch-ligurische Besiedlung und die Römerzeit.
Der Schutz der Landschaft der Val Sarmassa
Das Schutzgebiet wurde durch das piemontesische Regionalgesetz Nr. 21 vom 3. Juni 1993 eingerichtet; zu den Schutzbestimmungen zählt auch das Regionalgesetz Nr. 46 vom 30. Dezember 1998. Es trägt die Kennungen WDPA 162025 und EUAP0369 und gehört zur IUCN-Kategorie V für geschützte Landschaften.
Rundweg und Ausgangspunkt wählen
Die Parkplätze La Ru, Tre Vescovi und Giardino delle Aromatiche erschließen unterschiedliche Wege. Waldrunden haben Abstiege und teils längere Anstiege; nach Regen ist Richtung Lago Blu und Lago Valtiverno besondere Vorsicht nötig. La Ru–Casotto di Ulisse verläuft dagegen fast eben auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße, nicht auf einem getrennten Fußweg. Lade die passende Route herunter. Eine gebuchte Führung hilft beim Verständnis der Aufschlüsse; Fossilien bleiben stets vor Ort.
Sehenswerte Orte
Öffne einen Ort auf der Karte zur Orientierung. Nutze erlaubte Zugänge und beachte die Beschilderung vor Ort.
La Ru
Die große Eiche aus Lajolos Erzählungen mit Rastplatz und Parkplatz für die Rundwege.
In Google Maps öffnen · La RuCasotto di Ulisse
Lajolos ländlicher Unterschlupf und Erinnerungsort des Widerstands, fast eben von La Ru erreichbar.
In Google Maps öffnen · Casotto di UlisseLago Blu
Kleines Feuchtgebiet am Rundweg ab La Ru; Ufer und Tiere von erlaubten Wegen aus beobachten.
In Google Maps öffnen · Lago BluGiardino delle Aromatiche
Zugang zur Runde Richtung Valle della Morte mit eigenem Parkplatz, getrennt von La Ru.
In Google Maps öffnen · Giardino delle AromaticheWege im Park 4
Fragen vor dem Besuch
Welche Strecke hat weniger Anstiege?
La Ru–Casotto di Ulisse ist fast eben und asphaltiert. Andere Runden führen hinab und wieder hinauf. Weniger Steigung bedeutet keine bestätigte Barrierefreiheit; prüfe die aktuellen Bedingungen für deine Bedürfnisse.
Darf man Fossilien sammeln?
Nein. Am erschlossenen Aufschluss der Valle della Morte ist das Sammeln verboten. Betrachte und fotografiere die Funde, ohne sie zu lösen; ihre Lage in den Schichten hat wissenschaftlichen Wert.
Weinberge, Haselbäume und Fossilien



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